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Geigenlack auf dem Prüfstand PDF Drucken E-Mail

 

Aus jedem Lautsprecher und jedem Chassi lässt sich noch mehr herausholen. Neu eingemessene Frequenzweichen, bessere Bauteile, optimiertes Gehäuse oder auch der Austausch von Schwingteilen können klangliche Wunder bewirken.

Wir überarbeiten ihre alten Lautsprecher für einen modernen und noch besseren Klang.

Im den Klang und die Optik insbesondere von Breitbandlautsprechern und Mitteltönern zu verbessern haben wir eine Versuchsreihe mit unseren hauseigenen Beschichtungen als auch einer Vielzahl an Instrumentenlacken durchgeführt.



Die Theorie

Mit dem Auftrag einer Beschichtung auf eine Papiermembran zieht diese in das Papier ein und trocknet dort aus. Der Unterschied neben dem verschiedenen optischen Effekten der einzelnen Beschichtungen ist, das verschiedene Beschichtungen durch ihre Viskosität verschieden tief in die Membran eindringen können, durch die verschiedenen enthaltenen Lösungsmittel den Zellstoff auf verschiedene Weise anlösen und sich mit ihm verbinden. Zuletzt und am wichtigsten ist jedoch in welcher Form die Beschichtung aushärtet. Zwischen dauerhaft elastisch und somit dämpfend bis hin zu steinhart aushärtend und Hochtonfördernd, jedoch auch ebenso unerwünschte Resonanzen hervor rufend ist die Bandbreite der Beschichtungen. Und aus dieser Bandbreite an möglichen Beschichtungen sollte nun die Beschichtung welche die positiven Eigenschaften möglichst alle Beschichtungen herausgefunden werden.



Versuchsteilnehmer

Fane 122/14G
30cm Breitbandlautsprecher, 8Ohm, Papiersicke und Membran mit Hochtonkegel

LSM 20
20cm Tiefmitteltöner Prototyo aus eigener Entwicklung

3 Stück Audax MD 11 P25 
13cm Breitbandlautsprecher, 4Ohm, Gewebesicke und Papiermembran mit Hochtonkegel

6 Stück Instustrielautsprecher 4311 1130
16cm Breitbandlautsprecher, 4Ohm, Gummisicke mit Papiermembran und Abdeckkappe

 



Der Versuch

Nach langer Recherche, vielen Tests und Messungen haben wir dafür entschieden 6 Beschichtungen an zunächst 6 identischen Chassis (Industrieware) zu testen. Im Anschluss haben wir die 3 Favoriten an 3 weiteren, identischen, jedoch höherwertigen Chassis (Audax MD 11 P25) zu testen.

Da es sich bei allen Testprobanten jedoch um kleine 13 und 16cm Chassis handelte, haben wir im letzten Teil unserer Versuchsreihe einen 12" Fance 122/14G und ein 20cm Prototypen High End Mitteltöner aus eigener Entwicklung mit dem Testsieger der vergangenen Versuche behandelt.

Alle Chassi wurden mehrfach beschichtet. Breitbänder mit Hochtonkegel wurden nach und nach beschichtet, also erst Membran und anschließend Hochtonkegel.

Jedes Chassi wurde im unbehandelten Zustand zunächst gemessen und nach jeder erfolgten Beschichtung.

Neben dem klassischen Frequenzgang wurde auch Wasserfalldiagramme angefertigt um das Ausschwingen und mögliche Resonanzen zu erkennen.



Das Versuchsergebnis

Audax MD 11 P25 mit B23

Im Vergleich, B23 zu B7, der unverkennbare Hochtonanstieg deutlich zu erkennen, ab der 3 Beschichtungen ein gegenteiliges Resultat. Vermutlich durch zu großen MMS Zuwachs und dicken Auftrag.
Die B7 Messung wurde vorzeitig nach einer Beschichtung abgebrochen.


Farbcodes in Reihenfolge der Messungen
blau = unbeschichtet,
rot = 1. Membranbeschichtung
grün = 2. Beschichtung
braun = 3. Beschichtung
türkis = 4. Beschichtung

 


Fane 122/14G mit B23

Klar zu erkennen der merkliche Hochtonanstieg.

Farbcodes in Reihenfolge der Messungen
blau = unbeschichtet,
rot = 1. Membranbeschichtung, ohne Hochtonkegel
schwarz = 1. Hochtonkegelbeschichtung, Membran bereits beschichtet
grün = 2. Beschichtung komplett

braun = 3. Beschichtung



LSM 20 mit B23

Im Wasserfalldiagramm zu erkennen wie B23 die Resonanzen deutlich nach einem Auftrag schon reduziert.



Fazit

Nicht jede Beschichtung hat sich als Sinnvoll gezeigt, bzw. jede Beschichtung hat ein ganz eigenes Anwendungsgebiet. Besonders interessant war die Wirkung der Beschichtung B23 auf Instrumentenlackbasis. Hier unsere Favoriten für Tief- Mittel- und Breitbandchassis.



Beschichtung B23 – für Breitbandchassis

Aus Basis von einem eigens gemischten Geigenlacks. Dring zu 100% in die Membran ein bei Erstbeschichtung. Härtet hart aus besitzt aber dennoch dämpfende Eigenschaften die einen leichten Hochtonanstieg bei Breitbandlautsprechern zur Folge hat, und dennoch Resonanzen reduziert. Hörbarer Hochtonzuwachs, klare, präzise und verständlichere Mitten. Größter Erfolg nach 2-3 Beschichtungen. Eine glänzende Oberfläche tritt erst nach mehreren Beschichtungen auf. MMS (Moving Mass Speaker) zuwachs minimalst bei einer Beschichtung.



Beschichtung B3 – für Tieftonchassis

Härtet elastisch, transparent und glänzend aus. Reduziert um ca 75%, d.h. Es bleibt eine Schicht an der Oberfläche zurück. Dringt begrenzt in die Membran ein. Bei mehreren Beschichtungen Oberfläche ähnlich üblichen Beschichtungen (Dynaudio & Co). Im Gegensatz zu vielen Beschichtungen keine Restklebrigkeit. Elatischer Teil dämpft unerwünschte Resonanzen und Hochton. Ideal zum Nachbeschichten bereits beschichteter Tieftöner Membranen. Geringer MMS (Moving Mass Speaker) zuwachs hat weichere und schönere Mitten zur Folge.



Beschichtung B7 – für Mitteltonchassis

 

Härtet teilelastisch, transparent und glänzend aus. Dringt zum großen Teil in die Membran ein. Reduziert um ca 90%. Sehr ansprechendes optisches Erscheinungsbild nach Trocknung. Dämpft Resonanzen, jedoch nur kleiner Hochtonanstieg zu erkennen. Klarer ehrlicher warmer Klang. Minimaler MMS (Moving Mass Speaker) zuwachs hat weichere und schönere Mitten zur Folge.

 
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